Der Forstwald

Kategorie: Kaserne im Forstwald – zukünftige Nutzung

geplante Bebauung oder zukünftige Nutzung des Kasernengeländes

Bürgerinitiative legt Fakten auf den Tisch: PresseEcho

Der „Fakten-Check 2018 über die Verbesserung der Lebensqualität durch Aufforstung des Kasernengeländes“, in dem die „Bürgerinitiative Forstwald für Aufforstung Kasernengelände“ im Detail alle relevanten und historisch korrekten Aspekte auflistet und kommentiert, fand auch in der regionalen Presse Gehör und Resonanz: Lesen sie dazu die Artikel in der Rheinischen Post und Westdeutschen Zeitung!
Text:D.Nelsen

Bürgerinitiative legt Fakten auf den Tisch

In der brandneuen Broschüre  „Fakten-Check 2018 über die Verbesserung der Lebensqualität durch Aufforstung des Kasernengeländes“ dokumentiert die „Bürgerinitiative Forstwald für Aufforstung Kasernengelände“ im Detail alle relevanten und historisch korrekten Aspekte zu dieser nicht enden wollenden Geschichte. Warum hält man es nicht mit einem Zeitungsartikel von 1937, so die Sprecher der Bürgerinitiative, in dem sinngemäß steht: „…wer die willkommene Erholung zu finden wünscht, der wird von selbst um die Erhaltung des Naturbildes besorgt sein, allein aus Dankbarkeit für die Stadt Krefeld, die mit großen Kosten den Wald erhält und aufforstet.“ Ein aktuelles Thema mit echter Nachhaltigkeit.

Die Broschüre haben der Oberbürgermeister, die Beigeordneten, alle Krefelder Ratsmitglieder und die Bezirksvertretung West erhalten.

Der interessierte Bürger kann die Broschüre zum Preis von 8 € erwerben in der Klein´schen Buchhandlung, Krefeld, Rheinstraße 133, im Post-Office Forstwald, Plückertzstraße 208 / Stockweg und in Heikes Ecklädchen, Laschenhütte, Feldburgweg 82 und Tönisvorster Buchhandlung, Tönisvorst, Hochstraße 49.

Text: J.Reck

SPD will Bürgerwald im Forstwald

Die SPD-Fraktion hat beantragt, dass die Stadt den Teil des ehemaligen Kasernengeländes am Forstwald kauft, der auf Tönisvorster Gebiet liegt, und dort einen Bürgerwald anlegt. Die CDU-Fraktion ist dagegen.

Das ehemalige Kasernengelände im Krefelder Forstwald ist immer mal wieder Thema in den politischen Gremien der Stadt Tönisvorst. Schließlich liegt ein Drittel des Grundstücks, gut fünf Hektar, auf Tönisvorster Stadtgebiet. Diesmal ist es die SPD-Fraktion, die das Grundstück und dessen Zukunft wieder ins Gespräch bringt. Im Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss beantragen die Sozialdemokraten, die Stadt möge das Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BIMA, kaufen und aufforsten.

„Die etwa fünf Hektar große, brachliegende Fläche auf dem ehemaligen Kasernengelände bietet die Möglichkeit, den Grünflächenanteil und damit den Erholungs- und Freizeitwert innerhalb der Stadt zu erhöhen“, argumentiert die SPD. „Das Gelände ist jetzt relativ günstig zu bekommen und bietet eine gute Gelegenheit, in öffentliche Waldfläche als Ausgleichsfläche zu investieren“, sagt Hans-Joachim Kremser (SPD).

Info:
Die Geschichte des Kasernengeländes
Das Gelände ist etwa 16 Hektar groß und von einem hohen Zaun umgeben. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Nazis dort ein Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. 1945 wurde das Gelände von den Briten beschlagnahmt. Straßen und Steinbaracken entstanden. 2002 gaben sie den Standort auf. Das Grundstück ging in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über.

„Der Antrag ist Kokolores“, findet hingegen Christian Rütten von der CDU-Fraktion. Schließlich sei auf dem Areal in den vergangenen Jahren bereits ein wilder Wald gewachsen. „Warum sollen wir das Grundstück kaufen, das Risiko eingehen, eine Altlastensanierung durchführen zu müssen, und dann wieder einen Wald anpflanzen?“ Tatsächlich, das sagt auch Bürgermeister Thomas Goßen, seien mögliche Altlasten das Problem bei den Verhandlungen gewesen, die die Stadt bereits vor einigen Jahren mit dem BIMA über einen möglichen Kauf geführt habe.

Helmut Derksen von der GUT schlägt vor, man solle sich mal das Gutachten zum Thema Altlasten ansehen. So schlimm könne es nicht sein, denn „schließlich haben die Krefelder im Vorjahr ein Wohngebiet auf ihrer Seite von der Bezirksregierung genehmigt bekommen.“ Tatsächlich hat die Stadt Krefeld Pläne in der Schublade, die bis zu 165 Wohneinheiten auf dem Krefelder Teil des Geländes vorsehen. Auch die GUT kann sich eine Wohnbebauung auf dem ehemaligen Kasernengelände vorstellen. „Wir haben mehr als fünf Hektar, das muss ja nicht komplett bewaldet werden. Eventuell ließe sich auch ein Teil bebauen“, sagt Derksen. Der Regionalplan sehe auch vor, dass „Wohngebiete an der Schiene“ gefördert werden sollen, argumentiert der Politiker.

Auch Hans Joachim Kremser glaubt nicht an Altlasten. „Der Tönisvorster Teil des Kasernengeländes war hauptsächlich ein Sportplatz“, weiß der Politiker, der an der Aufforstung festhält. Das Argument der CDU-Fraktion, dort sei bereits ein Wald, lässt er nicht gelten: „Ein Naherholungsgebiet mit einem Zaun drum funktioniert nicht. Der Wald soll begehbar werden.“

Schließlich einigt der Fachausschuss sich darauf, dass die Idee, das Grundstück zu kaufen und wie auch immer zu nutzen, in das Stadtentwicklungskonzept aufgenommen wird, das zurzeit erstellt wird. Wie es weitergeht mit dem Kasernengelände, wird sich dann zeigen.

(RP) 21.06.2018 von Stephanie Wickerath

Forstwald: Vorentwürfe für Kasernenfläche

Starker Andrang bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Bebauen oder Aufforsten“. Planungsdezernent Martin Linne hält den Bau von 165, darunter auch öffentlich geförderten Wohnungen für sinnvoll – und erntet heftigen Widerspruch.

 

Ein in Sachen planungsrechtliche Kompetenz prominent besetztes Podium, ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal mit Forstwalder Bürgern, die sich Aufschluss darüber erhofften, wie es auf dem brachliegenden ehemaligen Kasernengelände weitergeht: Bebauen oder Aufforsten? Der Bürgerverein Forstwald hatte zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Kasernengelände eingeladen, die im Stadtteil auf starkes Interesse stieß.

Um es vorwegzunehmen: Noch ist nichts entschieden. Das machte Planungsdezernent Martin Linne wiederholt deutlich. Zunächst müsse mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über einen Kaufpreis verhandelt werden. Zeitrahmen sei das kommende Frühjahr. Im Falle eines Kaufes entscheide der Stadtrat über die Aufstellung eines Bebauungsplans. Vorwürfen, auch aus Richtung FDP, die mit ihrem Vorsitzenden Joachim C. Heitmann auf dem Podium vertreten war, alles sei im Geheimen schon entschieden, traten sowohl Linne als auch SPD-Planungsexperte Jürgen Hengst entgegen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine solide Aussage darüber, ob und – wenn ja – was hier passiert, nicht möglich. Was Herr Heitmann sagt, ist neben der Kappe, denn so zu tun, also wüsste hier schon jemand, wie genau gebaut werden soll, widerspricht den Fakten“, sagte Hengst.

Entwurfplanung Beispiel 1

Klar wurde aber auch, dass Linne eine Bebauung des zehn Hektar großen Geländes mit rund 165 Wohneinheiten – Einfamilienhäuser, Kita und rund 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungsbau – für sinnvoll erachtet. Mit dieser Auffassung konnte er aber im Publikum nicht punkten: Die Stimmung der rund 200 Anwesenden schlug deutlich in Richtung Aufforstung aus. Die Argumente sind altbekannt: Sorge vor einem Verkehrskollaps des im Pendlerverkehr bereits stark belasteten Stadtteils; das Gefühl, der Forstwald sei für all die Naherholungssuchenden bereits jetzt zu klein; und auch die im Saal zu spürende Ablehnung von öffentlich gefördertem Wohnraum, der nach Linnes Darstellung Teil eines Bebauungskonzeptes werden könnte.

Entwurfplanung Beispiel 2

Ein Punkt, bei dem der Planungsdezernent in Rage gerät: „Es ist eine unserer Grunddaseinsfürsorge-Pflichtaufgaben, ein ausgewogenes Wohnangebot für alle Teile der Bevölkerung vorzuhalten – und ja, auch in Forstwald und überall im Stadtgebiet. Das ist mir als Stadtplaner wichtig“, sagte Linne auf die Frage, welchen finanziellen Vorteil die Stadt beim Kauf des Geländes davon habe, Sozialwohnungen einzuplanen. Rund 50 Prozent der Bevölkerung seien anspruchsberechtigt. „So zu tun, als wenn das minderbemittelte, arme, alte Asylanten wären, ist einfach grotesk falsch.“

Aus dem Publikum geäußerte Vorwürfe, der Wunsch der Bevölkerung nach Aufforstung werde missachtet, konterte Jürgen Hengst: „Wir können keine Politik machen nach dem Motto ‚In Forstwald – oder Fischeln, oder Uerdingen – sind die Leute dagegen, und deswegen machen wir da nichts‘.“ Es sei Pflicht der Stadt, Wohnbaugebiete zur Verfügung zu stellen. Daher werde eben auch der Standort Forstwald geprüft. „Junge Leute suchen in Krefeld händeringend Wohnbauflächen, wir müssen ihnen eine Perspektive bieten“, sagte Hengst.

Linne gab zu Bedenken, dass im schrumpfenden und überalternden Stadtteil Forstwald barrierefreier Wohnraum fehle und eine Bebauung des Kasernengeländes auch eine Chance für Ältere sei, im Stadtteil zu bleiben. Auch dieser Gedankengang wurde nicht goutiert, Zwischenruf aus dem Publikum: „Dann bauen wir unser Haus einfach um!“.
Quelle: Artikel der Rheinischen Post vom 01.12.2017 / C.Puvogel

Kasernengelände: Kaufgutachten nicht vor März da

Die Zukunft des Geländes ist weiter unsicher. Kritik gibt es vor allem am fehlenden Austausch zwischen Stadt und Bürgern.

Rund 150 Personen drängen sich in die evangelische Johanneskirche. Einige von ihnen müssen stehen, so groß ist der Andrang. Der Bürgerverein Forstwald hat zu einer Diskussion über die Zukunft des Kasernengeländes geladen. Martin Linne, Beigeordneter der Stadt, und Fraktionsmitglieder von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen stellen sich den Fragen der Anwohner.

Die Stimmung ist angespannt. Viele Zuhörer diskutieren schon vor Veranstaltungsbeginn. Der Versuch, mit einer Vorstellungsrunde das Eis zu brechen, wird jäh durch ein lautes „Das interessiert uns nicht!“ unterbrochen. Die Anwohner wollen endlich wissen, was mit dem Kasernengelände geschieht, andere Dinge sind zweitrangig. Hat die Stadt eine Aufforstung geprüft? Wenn gebaut wird, in welchem Umfang? Gibt es bereits Pläne?

Das wichtigste Argument an diesem Abend von Seiten der Besucher: Für eine Wiederaufforstung ist die Rolle des Waldgebietes als Naherholungsgebiet für Krefeld und angrenzende Städte. Heinz-Albert Schmitz von der CDU sieht das Naherholungsgebiet bereits jetzt an seinen Grenzen: „Der Forstwald ist mittlerweile zu klein und muss größer werden.“

Martin Linne möchte eine Aufforstung nicht ausschließen, weist aber auf Kosten im hohen siebenstelligem Bereich hin. Teuer ist vor allem das Abbrechen des Baubestandes und der versiegelten Flächen.

Für viele Anwohner ist das Verkehrsnetz überlastet

Er wirbt für die Möglichkeit, durch neue Bauflächen der rückläufigen Einwohnerentwicklung und Überalterung im Stadtteil entgegenzuwirken. Das Argument der Stadt, entlang der ÖPNV-Anbindung Haltestelle Forsthaus und dem kurzen Weg zur A57 Wohnraum mit Zukunftsperspektive zu schaffen, stößt auf wenig Gegenliebe. Für viele Anwohner ist das Verkehrsnetz wegen dem Durchgangsverkehr schon jetzt überlastet.

Martin Linne sitzt zwischen den Stühlen. Er befindet sich im Interessenskonflikt zwischen Stadt- und Landschaftsentwicklung. Im Umfeld größerer Städte wie Düsseldorf will das Land NRW mehr Wohnraum schaffen. Deswegen prüft die Stadt alle geeigneten Flächen. Auf dem Gelände könnte eine gemischte Bebauung realisiert werden. Jürgen Hengst von der SPD-Fraktion verspricht, dass eine intensivere Bebauung mit 120 bis 140 Wohneinheiten nicht in Frage kommt.

Joachim Heitmann von der FDP Fraktion appelliert, gemachte Versprechen einzuhalten: „Die Engländer haben versprochen, dass die Fläche an die Krefelder Bürger zurückgegeben und als Wald genutzt wird.“ Ein Versprechen zur Wiederaufforstung gab es anlässlich der Euroga 2002 von Krefeld auch an die Nachbarstadt Tönisvorst, die sich weiter eine Aufforstung wünscht.

Forstwalder wünschen sich mehr Mitbestimmung

Größter Kritikpunkt Seitens der Anwohner ist die fehlende Beteiligung an Entscheidungsprozessen. Viele haben den Eindruck, dass die Stadt bereits über die Zukunft des Geländes entschieden hat. „Als Bürger habe ich das Gefühl gehabt, dass ich kein Recht habe, meine Meinung für den Stadtteil zu äußern, in dem ich lebe“, ist eine von vielen Äußerungen, die man diesem Abend häufig hört. Martin Linne zeigt Verständnis für die Einwände und verspricht, mit den Forstwaldern im Kontakt zu bleiben: „Wir werden im Dialog bleiben. Es ist ein deutliches Zeiten, dass die Bürger mehr mit einbezogen werden wollen.“ Vor März 2018 rechnet der Dezernent nicht mit Neuigkeiten. Erst dann soll es ein Kaufgutachten geben.
Quelle: Artikel der WZ vom 29.11.2018 / M.Frauenhofer